09.06. Saabrücken

Saarbrücken

Pressemitteilung zur 183. Montagsdemo am 9.6.2008
 
Heute standen bei schönem Wetter ca. 20 Montagsdemonstranten am offenen Mikro, es wurden 28 Redebeiträge gehalten und getrommelt dazu!
Haupt-Thema heute war das neueste 10 Punkte Programm der SPD gegen Kinderarmut, das Deutschland etwas sozialer machen soll. Die Montagsdemo - Redner beleuchteten dieses Machwerk von allen möglichen Seiten:
·        „Rückwärts nimmer – vorwärts immer!“, fasste ein Teilnehmer seine eigenen Schlussfolgerungen aus dem Zurückrudern der SPD zusammen. Das Programm sei eine Reaktion auf die Tatsache, dass Hartz IV zum Rohrkrepierer für die Regierung geworden sei, eine Reaktion der SPD auf davonlaufende Wähler.
·        “Warum will die SPD jetzt was gegen Kinderarmut machen?” fragte ein Teilnehmer und fügte hinzu: “Die hat die SPD mit ihren Reformen doch selbst verursacht!”
·        Ein anderer ging noch weiter: Er beleuchtete in dem Zusammenhang die interessanten aktuellen Umfrageergebnisse zur „sozialen Marktwirtschaft“, die heute bereits von einer Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird und zu der laut „Welt“ bereits 14% der Menschen eine Alternative sehen. „Was die Alternative betrifft – Kapitalismus haben wir ja schon, also ist wohl der Sozialismus gemeint, das verschweigt aber die Umfrage-Veröffentlichung. „Ich nehme stark an, dieses „Gespenst“ der grundlegenden und positiv beantworteten Kritik am Kapitalismus veranlasst die SPD zum eilfertigen 10-Punkte-Programm“, meinte er sinngemäß.
 
Aber auch andre Themen kamen auf den Tisch.
 
 
·        “ Gibt’s dann überhaupt noch Schulen im Saarland?”, fragte sich eine Demonstrantin. „ Heute stand in der Zeitung, dass die Landesregierung noch mal 73 Schulen im Saarland schließen will!“ Kostenlose Krippenplätze für alle Kinder forderte sie und kleine Klassen.
·        Das Klinkenputzen für arbeitslose Bergleute durch die Landrätin Frau Monika Bachmann wurde regelrecht auseinander genommen. 9 vage Zusagen bei der Firma Stahlbau Schäfer seien ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn bald an die Tausend oder mehr zusätzliche Menschen auf den Arbeitsplatz drängten. Unbegreiflich sei, wie die „SZ“ die katastrophale Politik angesichts der Arbeitsplatzvernichtung durch die RAG/evonic beschönige. Zudem: die Montagsdemo müsse sich gegen die „systematische Spaltung“ zwischen Bergleuten und den übrigen vielen Arbeitslosen stellen.
·        „Die Kohle ist ein wertvoller Rohstoff, zu schade zum Verbrennen“, wurde von einer Bergmannsfrau gesagt und dass kein Kumpel an der Saar arbeitslos werden dürfe! Die Angstmacherei mit ständig neuen Schlagzeilen über steigende Energiepreise diene den Herrschenden auch zur Beibehaltung der Atomkraftwerke! „Wir fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie!“, so eine Rednerin.
·        Ein Mann sagte: “ Ich nehme momentan an einer Maßnahme im Ausbildungszentrum in der Untertürkheimer Straße teil und muss sagen, da lernt man nichts dazu!” “Da lernen die Leute morgen´s aufzustehen und sich die Haare zu kämmen,” sagte ein Teilnehmer mit viel Ironie daraufhin.
 
Am 1. Juli sollen Alle Topfdeckel und Suppenlöffel mitbringen, weil wir lautstark unseren “Hungerzuschlag” fordern wollen! Ansonsten bis zum nächsten Mal am 16. Juni ab 18 Uhr an der ArGE Saarbrücken.
 
Gregor Fricker www.montagsdemo-saar.de

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