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Arbeitsmarktsituation der Jugend offenbar kein Thema

Die 182. Montagsdemo in Witten mit etwa 30 Teilnehmern und Passanten beschäftigte sich wie angekündigt mit der Arbeitsmarktsituation der Jugend in Witten. Nach den euphorischen Meldungen der Arbeitsagentur und entsprechender Äußerungen führender Lokalpolitiker überraschte das Ergebnis der Diskussion und machte sehr betroffen und nachdenklich. Denn trotz rückläufiger prozentualer Arbeitslosigkeit sind offene Stellen weiter zurückgegangen.

Auf dem Hintergrund, dass es in der betroffenen Altersgruppe in Witten pro Jahrgang etwa 900 – 950 Jugendliche gibt, waren die meisten Befragten der Meinung, dass das Lehrstellenangebot in Witten mehrere Hundert betragen würde, die höchste Schätzung war 600.

Hier wurde bereits deutlich, dass in der Öffentlichkeit wenig Transparenz über die Situation der Jugendlichen herrscht, keiner wusste etwas Genaues. Die Medien werden eindeutig von anderen Fragen beherrscht.

Recherchen im Internet ergaben ein Lehrstellenangebot in Witten von gerade mal 71 freien Stellen, davon wurden ganze 12 Lehrstellen als sofort zu besetzen angegeben. Schaut man bei den 12 Angeboten konkret nach, z.B. bei den vom Einrichtungshaus Ostermann zum 1.9.2008 für Schulabgänger mit Fachoberschulreife angebotenen 5 Lehrstellen, musste man feststellen, dass diese Lehrstellen bereits vergeben waren.

Auch kam die Frage auf, wo eigentlich die Hauptschüler abbleiben? Abitur und Mittlere Reife werden eindeutig bevorzugt. Abschließend wurde festgestellt, dass zwar im Vorfeld der Wahlkämpfe 2009 mal wieder viel versprochen wird, aber ob für die Jugend wirklich etwas getan wird, bleibt mehr als zweifelhaft. Dazu müssten durch eine gesetzliche Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich erst einmal wieder neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dann wäre auch eine für notwendig erachtete Ausbildungsquote von 10 Prozent machbar. Aber an die großen Arbeitgeber geht die Politik nicht ran, die kann sich nur die Gegenrichtung vorstellen, nämlich dass wir für weniger Geld noch mehr arbeiten sollen. Diese Politik der vergangenen Jahre hat zu Niedriglöhnen und Dauerarbeitslosigkeit geführt. Hartz IV spielte dabei eine entscheidende Rolle mit der Liberalisierung der Zeitarbeit und dem Zwang, jede Arbeit anzunehmen. Gegen diese Politik muss man sich politisch wehren!

Die nächste Montagsdemo findet statt am Montag, den 16. Juni wie immer um 17 Uhr am Berliner Platz und will das öffentliche Echo auf die heutige Mitteilung besprechen.

mit freundlichen Grüßen

Markus Freiburg und Romeo Frey



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