15.10. Duisburg

Duisburg

Montagsdemo vom 15. 10. 2007



Am Samstag waren wir in Berlin zur bundesweiten Montagsdemo, zum 4. Mal in ununterbrochener Reihenfolge. Man kann sagen, dass es ein voller Erfolg war. Sogar das Wetter spielte mit. 7.000 oder 8.000 Menschen sollen dagewesen sein, um gegen die ungerechte Politik der Bundesregierung zu protestieren. Unsere neu gemalten Schilder mit den Parolen „Weg mit Hartz IV“ oder „Montagsdemo DU“ auf der Rückseite fand großes Interesse. Wir fanden Berichte im Internet „Spiegel online“, in der Zeitung „Frankfurter Rundschau“, um nur einige zu nennen. Auch in Sachsen oder Brandenburg fanden wir Beachtung, wir sollen sogar in diversen Regionalfernsehsendern zu sehen gewesen sein. Erfreulich war, dass alles friedlich verlief, und auch die Polizei sich zurückhielt, im Gegensatz zu den Rostocker Ereignissen.

Unser Leiter der Montagsdemo stand heute vor Gericht. Es ging um die Probefahrt mit der Straßenbahn am 15. Januar 2007. Nach der Montagsdemo am König-Heinrich-Platz stieg eine Gruppe von ca. 25 Montagsdemonstranten die Treppen in den nahegelegenen U-Bahn-Schacht hinunter. Ein DVG-Mitarbeiter machte unserem Leiter klar, dass wir das Gelände der U-Bahn verlassen sollten. Dies taten wir dann auch, indem wir in den kurz darauf eintreffenden U-Bahn-Zug einstiegen. Wir hatten das Gelände verlassen und fuhren eine oder zwei Stationen weiter bis zum Duisburger Rathaus. Wir informierten die Gäste in der U-Bahn über den DU-Pass und sangen ein, zwei Lieder. Dies alles wurde von der DVG und auch von dem Richter als Hausfriedensbruch angesehen. Allerdings gab der Richter zu, dass es ein nur geringfügiges Vergehen gewesen sei. Er schlug eine Strafe von 300 € vor, die zu zahlen sei. Unser Leiter lehnte dieses ab, mit der Begründung, dass er sich keiner Straftat bewusst wäre. Schließlich wollte man den Armen in der Stadt helfen, die mit kargem Einkommen sich keine Fahrkarte leisten könnten. Dies sah auch der Richter ein. Trotzdem wird es in einigen Wochen noch ein weiteres Verfahren geben. Wir hoffen natürlich auf einen Freispruch und auf ein Einsehen und Einlenken von der DVG, die ja ihre Anzeige auch zurückziehen könnte. Schließlich haben wir nicht randaliert und den Bahnbetrieb weder gestört noch aufgehalten. Bei Fußballspielen herrschen da manchmal rauere Sitten. Dort werden normale Fahrgäste auch schon einmal angepöbelt, was wir, weiß Gott nicht gemacht haben. Übrigens setzt die DVG meines Erachtens zu wenig Busse für die MSV-Spiele ein. Gegen Werder Bremen war das Stadion rappelvoll und nach dem Spiel fuhr der letzte Bus ohne mich ab. Der MSV spielt mittlerweile in der 1. Bundesliga.

Erfreulich war, dass heute viele von der Links-Fraktion auf der Montagsdemo waren. Vermisst wurden leider Gysi und Lafontaine in Berlin. Dann wären sicherlich noch mehr Menschen gekommen.

Im Standpunkt, der sozialistischen Zeitung für Duisburg stand heute, dass in Duisburg allein 350 Arbeitsplätze in der Informatik-Abteilung der Sparkasse gefährdet seien. Vier Standorte seien von der Schließung bedroht. Da frage ich mich dann noch, welche Chancen ich nach meiner Ausbildung noch habe.

Am 22. 10. 2007 geht es nach der Montagsdemo abermals um den DU-Pass und zwar wieder im DGB-Haus.

Unsere Nachbesprechung in unserer Stammkneipe mussten wir leider wegen einer Bombendrohung früher verlassen. Hoffentlich hat einer nur seinen Koffer vergessen.

Ha-Jü





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